Informationspapier: Kleinwindenergieanlagen (KWEA)
Windkraft leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Was im Großen erfolgreich ist, funktioniert im Kleinen jedoch nicht immer, vor allem bei uns in Oberbayern. Große WEA verfügen über eine Leistung zwischen 2 und 6 MW. KWEA erreichen eine maximale Leistung von100 bis 250 kW und weisen eine maximale Gesamthöhe von bis zu 50m auf.
KWEA werden direkt neben dem Verbraucher aufgestellt und versorgen somit Eigentümer mit Strom für den Eigenverbrauch. Der tatsächliche Energieertrag ist dabei stark standortabhängig. Entscheidend ist eine freie Anströmung des Windes aus Hauptwindrichtung, die vor allem in größeren Höhen gegeben ist. Bereits minimale Veränderungen in der Windgeschwindigkeit wirken sich deutlich auf die Stromproduktion aus. Für eine genaue Überprüfung des Potenzials vor Ort können Windmessungen durchgeführt werden. Eine Photovoltaikanlage mit vergleichbarer Leistung kann am selben Ort häufig eine ähnliche oder höhere Strommenge erzeugen und weist dabei in der Regel eine bessere Zuverlässigkeit auf.
Es gibt jedoch auch Argumente für die Nutzung von KWEA. Wer einen hohen Autarkiegrad anstrebt, kann durch die Ergänzung von Kleinwindenergie, Photovoltaik und einem Stromspeicher sehr hohe Werte für die Eigenversorgung erreichen. Interessant sind KWEA deshalb für Betreiberinnen und Betreiber, bei denen wirtschaftliche Aspekte weniger im Vordergrund stehen, sondern die aus Gründen der Eigenversorgung, technischem Interesse und Klimaschutz tätig werden wollen. In der Regel sind kleine Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe bessere Anwendungsbereiche für KWEA, da sie ein hohes Grundlastniveau aufweisen und dadurch hohe Eigenverbrauchsquoten erreichen können, sowie oftmals geeignete Standorte auf Freiflächen besitzen.
Weitere Informationen:
energieatlas.bayern.de/thema_wind/windenergie_wissen/betrieb-technik-bau/kleinwindenergie
